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Schutzbrillen

Im Arbeitsalltag können unterschiedliche äußere Einflüsse zu einer Schädigung der Augen führen. Um sich vor beispielsweise sehr starkem Licht, Staub, Chemikalien oder Splitter zu schützen, wird das Tragen von Schutzbrillen vorgeschrieben. Die verschiedenen Modelle mit Ihren Eigenschaften finden Sie in dieser Rubrik.

PDF  Information zur richtigen Auswahl Ihrer Arbeitsschutzbrille

Inhalt:

Gesetzliche Grundlagen für Arbeitsschutzbrillen

In vielen Arbeitsbereichen sind die Augen durch mechanische, optische, chemische, thermische oder elektrischen Strom verursachte Einwirkungen gefährdet. Um Augenverletzungen durch diese Gefahren zu vermeiden, wird an gefährdeten Arbeitsplätzen die Benutzung von Augenschutz in Form von Schutzbrillen vorgeschrieben.Gebotsschild 'Augenschutz benutzen' nach ASR A1.3 - 2013, ISO 7010

Arbeitsplätze oder Produkte von denen eine Gefährdung der Augen ausgeht, sind mit dem Gebotszeichen "Augenschutz benutzen" gekennzeichnet.

Mit der DGUV Regel 112-192 "Benutzung von Augen- und Gesichtsschutz" (bisher BGR 192) wurden Kriterien für die richtige Auswahl des Augenschutzes entsprechend den vorliegenden Gefahren geschaffen. Diese DGUV-Vorschrift greift auf die DGUV-Vorschrift 1 "Grundsätze der Prävention" (bisher BGV A1) sowie die Vorschriften des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG), der PSABenutzungsverordnung (PSA-BV) und die Bestimmungen der Achten Verordnung zum Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (8. GPSGV) zurück. Die Anforderung an den persönlichen Augenschutz, in der Regel sind das Schutzbrillen, sind in der DIN EN 166 geregelt. Arbeitsschutzbrillen müssen dieser Norm entsprechen. Außerdem müssen Schutzbrillen als Persönliche Schutzausrüstung (PSA) der Kategorie II mit dem CE-Kennzeichen gekennzeichnet sein.

Woran erkennt man die richtige Schutzbrille? – Kennzeichnung nach DIN EN 166

Alle Arbeitsschutzbrillen werden sowohl an den Gläsern als auch am Rahmen entsprechend der DIN EN 166 mit standardisierten Kürzeln für ihre Anwendungsbereiche und Leistungen gekennzeichnet. Eine Arbeitsschutzbrille bietet nur dann ausreichenden Schutz vor den konkreten Gefährdungen in dem entsprechenden Anwendungsfall, wenn sowohl die Sichtscheiben als auch der Brillenrahmen für den beabsichtigten Anwendungsbereich geeignet sind. Die Eignung einer Schutzbrille ergibt sich aus den Eigenschaften von Brillengläsern und Brillengestell, und kann anhand der auf den Brillengläsern und auf dem Rahmen aufgebrachten Kennzeichnungen abgelesen werden.

Gläserkennzeichnung

Schutzbriller Gläserkennzeichnung
Abbildung 1

Filtertyp

Code Filtertyp
2 UV-Schutzfilter
2C oder 3 UV-Schutzfilter mit guter Farberkennung
4 IR-Schutzfilter
5 Sonnenschutzfilter
6 Sonnenschutzfilter mit Infrarot-Anforderung
Keine Nr. Schweißerschutzfilter

 

Tönungsstufe

Tönungsstufe Tönungsvarianten
1,2 Gelb oder Klar
1,7 Orange
2,5 Grau oder Bronze
3,1 Dunkelgrau, Dunkelbronze, Blau, Rot, verspiegelt

 

Kurzzeichen des Herstellers

Jeder Hersteller von normgerechten Arbeitsschutzbrillen kennzeichnet an dieser Stelle die Sichtscheiben des Augenschutzes mit einem eindeutigen Kürzel.

 

Optische Klasse

Klasse Bedeutung
1 Für hohe Anforderungen an die Sehgenauigkeit, keine Verzerrung, für den Dauergebrauch geeignet
2 Für durchschnittliche Anforderungen an die Sehleistung.
3 Für den Einsatz ohne größere Anforderungen an die Sehleistung
Nicht für den Dauergebrauch! Nur in Ausnahmefällen!

 

Mechanische Festigkeit

Zeichen Bemerkung
ohne Mechanische Grundfestigkeit
S Stoßfestigkeit = 5 m/s
F Stoßfestigkeit = 45 m/s
B Stoßfestigkeit = 120 m/s
A Stoßfestigkeit = 190 m/s
T Beständigkeit zwischen -5°C und +55°

Zur Erreichung der mechanischen Festigkeit werden verschiedene Materialien für die Scheiben der Schutzbrillen eingesetzt, z. B:

  • Polycarbonat: mechanische Festigkeit F und B
  • Acetat: mechanische Festigkeit F

 

Weitere Schutzkennzeichnung

Kennzeichnung Bedeutung
9 Sichtscheiben sind auf Nichthaften von Schmelzmetall geprüft
K Oberflächen der Sichtscheiben sind beständig gegen Beschädigung durch kleine Teilchen („Kratzfestigkeit“)
N Oberflächen der Sichtscheiben sind beständig gegen Beschlagen

 

Rahmenkennzeichnung

Schutzbrillen Rahmenkennzeichen
Abbildung 2

Kurzzeichen des Herstellers

Jeder Hersteller von normgerechten Arbeitsschutzbrillen kennzeichnet an dieser Stelle die Sichtscheiben des Augenschutzes mit einem eindeutigen Kürzel.

Norm (Bezugsstandard)

Der Augenschutz entspricht den Anforderungen der an dieser Stelle angegebenen Norm, meist der DIN EN 166.

Mechanische Widerstandsfähigkeit

Zeichen Bemerkung
F Stoßfestigkeit = 45 m/s
B Stoßfestigkeit = 120 m/s
A Stoßfestigkeit = 190 m/s
T Beständigkeit zwischen -5°C und +55°C

 

Weitere Zulassungen

Haben Arbeitsschutzbrillen weitere Zulassungen, zum Beispiel für bestimmte Länder, dann wird dies mit dem Zulassungskennzeichen vermerkt.

Auswahl des richtigen Augenschutzes

Bevor eine Schutzbrille ausgewählt wird, müssen die auftretenden Gefahren ermittelt werden:

  • mechanische
  • optische
  • chemische
  • thermische
  • elektrische

Je nach Gefährdung werden an den Augenschutz unterschiedliche Anforderungen gestellt. Bei Gefahren für die Augen am Arbeitsplatz muss den Beschäftigten entsprechender Augenschutz zur Verfügung gestellt werden. Zur richtigen Benutzung der Arbeitsschutzbrillen müssen die zur Benutzung von Augenschutz verpflichteten Beschäftigten eingewiesen werden. Da das Benutzen von Arbeitsschutzbrillen oft als unangenehm empfunden wird, kann die Bereitschaft, eine Schutzbrille zu benutzen durch die Berücksichtigung folgender Kriterien erhöht werden:

  • geringes Gewicht
  • gute Passform
  • fester Halt bei geringer Andruckkraft an Nase, Schläfen und Ohren
  • keine Farbverfälschungen oder Verzerrungen
  • keine oder möglichst geringe Gesichtsfeldeinschränkung
  • kein Beschlagen der Brillengläser

Bei brewes können Sie Schutzbrillen mit verschiedenen Einstellmöglichkeiten, wie zum Beispiel verstellbare Bügellänge oder einstellbare Scheibenneigung kaufen. Weitere mögliche Qualitätsmerkmale für Arbeitsschutzbrillen finden Sie in Abbildung 3.

Qualitätsmerkmale für Arbeitsschutzbrillen
Abbildung 3

Warum sollte man eine Schutzbrille tragen?

Das Auge ist ein empfindliches Organ, das besonders anfällig auf Verletzungen durch Fremdkörper reagiert. Dabei können irreparable Schädigungen auftreten, die zum Verlust der Sehfähigkeit führen können. Daher ist im Arbeitsalltag das Tragen von Schutzbrillen in vielen Einsatzbereichen vorgeschrieben, um das Auge vor starkem Licht, Splittern, aggressiven Substanzen oder Staub zu schützen. Damit diese Sicherheit gewährleistet ist, muss die Arbeitsschutzbrille nach DIN EN 166 zertifiziert sein. Besonders in Bereichen, in denen Naturstein, Holz oder Metall verarbeitet werden, aber auch in Chemielabors und beim Schweißen ist eine Schutzbrille notwendig. Hierbei gibt es eine große Auswahl an verschiedensten Schutzbrillen, die für das jeweilige Anwendungsgebiet geeignet sind. Zu unterscheiden sind hierbei die Art der Gefahren und das Einsatzgebiet. Es gibt zum einen die Gestellbrillen, die mit Bügeln oder einem Kopfband ausgestattet ist und Korbbrillen, die einen abschließenden Tragkörper besitzen. Allgemein gilt für alle Arten an Schutzbrillen, dass ein hoher Komfort die Bereitschaft, die Schutzbrille zu tragen, stark erhöht. Hierzu gehören Leichtigkeit der Brille, eine gute Passform und fester Halt, ohne Druck auf Nase, Schläfen und Ohren auszuüben. Um dies zu gewährleisten, sollte auf verstellbare Bügellänge, weiche Bügelenden oder verstellbare Neigung der Brillengläser geachtet werden.

Kombination verschiedener Schutzausrüstungen mit Augenschutz

Oft müssen Schutzbrillen mit anderen PSA-Komponenten, wie Gehörschützern, Schutzhelmen oder Atemschutzmasken kombiniert werden. Dann ist es wichtig, darauf zu achten, ob laut Angaben des Herstellers die ausgewählte Arbeitsschutzbrille mit den anderen Komponenten der persönlichen Schutzausrüstung kompatibel ist.

Augenschutz bei Gefahren durch optische Strahlung

In Abhängigkeit von der Art der optischen Strahlung unterscheidet man zwischen

  • Schutzbrillen mit Sonnenschutzfiltern,
  • Schutzbrillen mit Schutzfiltern gegen ultraviolette Strahlung,
  • Schutzbrillen mit Schutzfiltern gegen infrarote Strahlung,
  • Schutzbrillen mit Schutzfiltern gegen Laserstrahlung
  • Schweißerschutzfiltern

und ggf. Kombinationen daraus.

Augenschutz bei Gefahren durch hohe Temperaturen

Soll eine Arbeitsschutzbrille gegen die Einwirkung von Schmelzmetallspritzern schützen müssen die Scheiben mit der Kennzeichnung "9" versehen sein. Beschichtungen (Sichtscheibe mit Kennzeichnung "R") auf den Sichtscheiben können deren Erwärmung verhindern.

Schutzbrillen für mechanische Arbeiten

Bei mechanischen Arbeiten muss das Auge vor allen Dingen vor herumfliegenden Teilchen wie Spänen, Funken und Flüssigkeiten geschützt werden. Hierfür eignen sich die klassischen Bügelbrillen, die leicht, aber dennoch funktional sind. Hier ist wichtig, den richtigen Schutzscheiben-Typ zu wählen, um die Sicht nicht zu beeinträchtigen. Klare Schutzscheiben eignen sich durch ihre maximale Lichtdurchlässigkeit für den Einsatz in Gebäuden oder bei Nacht. Diese Arbeiten umfassen Schleifen, Bohren, Steinschnitt und Wartung. Graue Schutzscheiben haben eine geringere Lichtdurchlässigkeit, daher eignen sie sich besonders bei heller Sonneneinstrahlung, um Blendeffekte und Spiegeleffekte zu vermeiden. Sie sind für die Anwendung im Außenbereich bestimmt, wie beispielsweise Gärtnern, Straßenarbeiten, Hausbau und beim Gabelstaplerfahren. Orangene und gelbe Schutzscheiben haben eine mittlere Lichtdurchlässigkeit und sind daher bei hellem Licht und bei Bewölkung die richtige Wahl, da auch sie Blend- und Spiegeleffekte reduzieren.

Bei besonders starker Beanspruchung der Gläser durch herumfliegende Teilchen sollten Gläser aus Polycarbonat mit einer zusätzlichen Anti-Scratch-Beschichtung gewählt werden, die ein Verkratzen verhindern. Eine DX-Beschichtung verhindert zusätzlich Beschlagen, statische Aufladung und bietet Schutz vor chemischen Einflüssen. Müssen zusätzlich zur Schutzbrille weitere Schutzausrüstung wie Gehörschützer, Schutzhelme oder Atemschutzmasken getragen werden, so sollte beispielsweise auf einstellbare Bügel geachtet werden, damit eine Kompatibilität gewährleistet ist. Bei manchen Arbeiten mit besonders feinen Teilchen sollte eine Korbbrille gewählt werden, um die Augen zuverlässig zu schützen.

Einsatzgebiete mit chemischen Gefahren - Laborbrillen

In Laboren und Kliniken bestehen häufig Gefahren durch feste, flüssige oder gasförmige Chemikalien. Ein sicherer Schutz vor Chemikalien bieten Korbbrillen, deren Tragkörper mit dem Gesicht abschließt und die Augen so zuverlässig schützt. Aber auch beim Streichen verhindert diese Brille das Eindringen der Farbe in das Auge. Allgemein ist bei Gefahr durch flüssige Chemikalien eine Brille mit der Kennzeichnung „3“ gegen Flüssigkeitsspritzer erforderlich. Bei Gefahren durch gasförmige Chemikalien, wie Gase, Dämpfe, Nebel, Rauche und Feinstäube (Durchmesser < 5 m), sollte eine Vollsichtbrille ohne Belüftung gewählt werden, um ein Eindringen der Gase zu verhindern. Für diese Arbeiten ist eine Schutzbrille mit der Kennzeichnung „5“ nötig. Bei Vollsichtbrillen ist besonders auf die Anti-Fog-Beschichtung zu achten, die ein Beschlagen verhindert und so das Arbeiten nicht stört. Um die Augen vor biologischen Gefahren durch infektiöses Material und Mikroorganismen zu schützen sollten Korbbrillen mit Schutz gegen Spritzer und Tröpfchen verwendet werden.

Muss ein Mitarbeiter aufgrund einer Sehschwäche eine Korrektionsbrille tragen, so gibt es mehrere Möglichkeiten: Bei kurzen Arbeiten können die Vollsichtbrillen auch über der Korrekturbrille getragen werden. Bei längeren Arbeiten ist jedoch eine passende Korrektionsschutzbrille sinnvoll, besonders, wenn die Schutzbrille mit weiterer Schutzausrüstung kombiniert wird. 

Eine weitere Lösung für den Umgang mit chemischen Gefahren ist das Tragen eines Gesichtsschutzschirmes mit Acetatscheiben. Diese schützen nicht nur die Augen, sondern das gesamte Gesicht vor den flüssigen und festen Chemikalien.

Schutzbrillen für Schweißarbeiten

Bei Schweißarbeiten entstehen zusätzlich zu den mechanischen Partikeln noch optische und thermische Gefahren für das Auge. Um dieses zuverlässig vor Licht und Hitze zu schützen, gibt es spezielle Schweißerschutzbrillen in verschiedenen Schweißerschutzstufen. Stufe 3 eignet sich für Arbeiten wie Flammenentrosten, Brennschneiden, Leichtmetallschweißen. Stufe 5 bietet höchste Sicherheit und eignet sich für Arbeiten wie Schweißen, Hartlöten, Brennschneiden. Auswechselbare Sichtscheiben lohnen sich bei Schweißerbrillen, da sie hohen Belastungen ausgesetzt sind. Um Druckprobleme beim Tragen zu vermeiden, sollte auf eine Kombination von Hart- und Weichkomponenten geachtet werden.

Elektrische Arbeiten mit Schutzbrillen

Die größte Gefahr bei elektrischen Arbeiten geht von Störlichtbögen aus, die bei Arbeiten mit Starkstrom entstehen können. Hier bieten nur Elektriker- Gesichtsschutzschirme ausreichend Schutz, eine Schutzbrille genügt nicht. Der Gesichtsschutzschirm und die gesamte Schutzausrüstung dürfen keine freiliegenden Metallteile besitzen.

Aufbewahrung von Schutzbrillen

Bei einer optimalen Aufbewahrung von Schutzbrillen werden diese zuverlässig vor Staub und Schmutz geschützt, um ein ständiges Reinigen der Brillen zu vermeiden. Gleichzeitig sollten sie schnell zur Hand sein, wenn sie gebraucht werden. Hierfür gibt es verschiedene Aufbewahrungsboxen, die leicht zugänglich die Arbeitschutzbrille oder sonstige PSA-Komponenten zuverlässig verwahren. Die Boxen können einfach und schnell an der Wand befestigt werden, sodass die Brillen jederzeit griffbereit sind. Wenn auch die Box mechanischen Belastungen ausgesetzt ist, sollte auf schlagzähes ABS-Kunststoff geachtet werden. Handelt es sich vorrangig um die Aufbewahrung von Schutzbrillen, so gibt es auch hierfür spezielle Aufbewahrungsbehälter für Schutzbrillen.