Gefahrenstoffkennzeichnung mit GHS Symbolen

Alle Chemikalien müssen nach GHS "Globally Harmonised System of Classification and Labelling of Chemicals" eingestuft und entsprechend gekennzeichnet werden. Die GHS-Gefahren­piktogramme bestehen aus schwarzen Symbolen auf weißem Grund in einem roten Rahmen. Die Symbole sind eindeutig und prägnant in ihrer Aussage und bieten im internationalen Warenverkehr eine Vereinheitlichung. Mehr…
 

Eine vollständige Kennzeichnung bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen nach TRGS 201 besteht gemäß CLP aus Stoffbezeichnung, Gefahrenpiktogramm, Signalwort und Gefahren- und Sicherheitshinweisen (H- und P- Sätze). Eine Gefährdungsbeurteilung kann jedoch auch eine vereinfachte Kennzeichnung mit Stoffbezeichnung und Gefahrenpiktogramme erlauben.

GHS: Neue Gefahrstoffsymbole für Chemikalien

Am 3. September 2008 wurde durch das Europäische Parlament die Harmonisierung der Gefahrstoffkennzeichnung beschlossen. Damit werden europaweit ab Dezember 2008 neue Gefahrensymbole und Warnzeichen für Stoffe und Stoffgemische eingeführt.

Seit dem 1. Juni 2015 sind die neuen Gefahrensymbole für Einzelstoffe und für Stoffgemische verbindlich. Die bekannten orangefarbenen Gefahrstoffkennzeichen dürfen jetzt nicht mehr verwendet werden.

CLP-Verordnung der EU und Kennzeichnung nach dem GHS-System

Am 1. Dezember 2010 ist die Verordnung zur Neufassung der Gefahrstoffverordnung und zur Änderung sprengstoffrechtlicher Verordnungen im Bundesgesetzblatt in Kraft getreten. Das GHS - System der Vereinten Nationen löst die bisherigen europäischen Regelungen zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien ab. GHS ist der Kürzel für "Global Harmonized System". Dieses System wurde von der Uno für die weltweit einheitliche Gefahreneinstufung und Etikettierung chemischer Produkte vorgeschlagen. Es ist die Basis für die neue Verordnung der EU über die Einstufung, Etikettierung und Verpackung chemischer Produkte. Deshalb nennt man diese Verordnung oft GHS-Verordnung. Die gebräuchlichere Bezeichnung dafür ist aber heute CLP-Verordnung gemäß englischsprachigen Titel der Verordnung "Classification, Labelling und Packaging".

Es ist zu beachten, dass die CLP-Verordnung im Gegensatz zur REACH-Verordnung keine Mengenschwelle kennt, d.h. ihre Anforderungen sind auch für kleinste Stoffmengen gültig. Während die REACH-Verordnung bereits bei der Herstellung von Stoffen ansetzt, gelten die Bestimmungen der CLP-Verordnung erst, wenn die Stoffe in Verkehr gebracht werden.

Gefahrstoffkennzeichnung nach GHS

Ziel des weltweit vereinheitlichten Systems ist, das Niveau des Schutzes der menschlichen Gesundheit und der Umwelt einheitlicher, transparenter und vergleichbarer zu machen. Seit Dezember 2010 könnten die neuen Warn- und Gefahrgutkennzeichen verwendet werden.
Ab 2012 wäre die neue Kennzeichnung für alle gefährlichen Chemikalien und ab 2017 auch für Gemische, die diese Chemikalien enthalten, Pflicht. Bis dahin wurden den Herstellern Übergangsfristen eingeräumt. Weltweit warnen künftig schwarze Symbole auf weißen Rhomben mit rotem Rand vor den Gefahren chemischer Stoffe und Produkte. Die Kennzeichnungsverordnung sieht neun neue Piktogramme vor. Die neuen Symbole sind eindeutiger und prägnanter in ihrer Aussage und bieten im internationalen Warenverkehr eine Vereinheitlichung mit mehr Sicherheit.

Gefahrenpiktogramme

Die folgende Tabelle zeigt die, bei der Kennzeichnung gemäß CLP-Verordnung zu verwendenden GHS-Gefahrenpiktogramme.

Bezeichnung

GHS Piktogramme

(Neue Gefahrstoffsymbole)

Kodierung Bedeutung
Explodierende Bombe

GHS 01

GHS01 Explosive Stoffe
Flamme

GHS 02

GHS02 Enzündbare Stoffe
Flamme über einem Kreis

GHS 03

GHS03 Entzündend (Oxydierend) wirkende Stoffe
Gasflasche

GHS 04

GHS04 Unter Druck stehende Gase
Ätzwirkung

GHS 05

GHS05 Hautätzend, schwere Augenschädigung,
auf Metalle korrosiv wirkend
Totenkopf mit gekreuzten Knochen

GHS 06

GHS06 Giftig / Sehr giftig
Akute Toxizität
Ausrufezeichen

GHS 07

GHS07 Akute Toxizität, Reizung der Haut, Augenreizend, Sensibilisierung der Haut, Spezifische Zielorgantoxizität
Gesundheitsgefahr

GHS 08

GHS08 Krebserzeugend, Mutagen, Reproduktionstoxisch, Sensibilisierung der Atemwege, Spezifische Zielorgan-Toxizität, Aspirationsgefahr
Umwelt

GHS 09

GHS09 Umweltgefährdend, Gewässergefährdend

 

Weitere Informationen zum Thema Gefahrstoffkennzeichnung nach GHS- bzw. CLP-Verordnung finden Sie auch auf unserem brewes Magazin.

nach Oben