Prüfplakette Lagereinrichtungen und Lagergeräte DIN EN 15635

Regalanlagen sind in Unternehmen allgegenwärtig, so werden sie beispielsweise in Warenlagern, Produktionsbereichen und als Gefahrstofflager genutzt. Das Gefahrenpotential von Regalen, welches sich aus vielen Faktoren ergibt, wird jedoch meist unterschätzt. Solche Gefahrenursachen sind z.B. Konstruktionsfehler, fehlerhafte Montage, Verwendung von minderwertigen oder nicht geeigneten Komponenten und falsche Beladung. Dadurch steigt das Unfallrisiko mit der Zeit, denn auch kleine Schäden können über einen längeren Zeitraum Ursachen für schwerwiegende Unfälle werden.

Laut BetrSichV und ArbSchG ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, für einen ordnungsgemäßen Zustand von Arbeitsmitteln zu sorgen. Er hat die Verantwortung, dass Regalanlagen vor Inbetriebnahme und später regelmäßig geprüft werden. Hierbei darf der Arbeitgeber anhand der Gefährdungsbeurteilung selbstständig die Art, den Umfang und die zeitlichen Abstände der Regalprüfungen festlegen. Für eine ordnungsgemäße Prüfung spielen neben der BetrSichV und dem ArbSchG auch die DIN EN 15635 und die DGUV Regel 108-007 eine Rolle. Man unterscheidet die Prüfungen hier in sogenannte Experteninspektionen und Sichtprüfungen, beide müssen regelmäßig durchgeführt werden.

Die Experteninspektion ist eine, einmal im Jahr stattfindende Prüfung, die im Rahmen der DIN EN 15635 und DGUV Regel 108-007, von einer befähigten Person durchgeführt wird. Diese Prüfung kann sowohl durch einen eigenen, speziell qualifizierten Mitarbeiter, als auch einen externen Dienstleister durchgeführt werden. Als befähigt gilt ein Mitarbeiter wenn er durch seine Berufsausbildung und Erfahrung über die erforderlichen Fachkenntnisse verfügt. Zur Prüfung wird eine an den Normen orientierte Checkliste verwendet, um die Prüfung aller Norm relevanten Kriterien zu gewährleisten.
Die Hauptschwerpunkte der Experteninspektion nach DIN EN 15635 sind:

Die Experteninspektionen müssen schriftlich dokumentiert und diese Dokumentation aufbewahrt werden. Diese schriftliche Dokumentation sollte alle Beobachtungen des Prüfers sowie Vorschläge zu jeglichen Handlungen, die für eine optimale Sicherheit der Regalanlage erforderlich sind, beinhalten.

Die Sichtprüfung soll in einem regelmäßigen Prüfintervall stattfinden. Die DIN EN 15635 schreibt hier für risikobehaftete Regalkomponenten einen Prüfintervall von einer Woche vor. Die Entscheidung, welche Regalanlagen risikobehaftet sind, muss zusammen mit dem verantwortlichen Fachmann für die Experteninspektion anhand von verschiedenen Faktoren gefällt werden. Diese Faktoren können beispielsweise Regaltyp, Konstruktion, Belastung und Umschlaghäufigkeit der gelagerten Waren sein. Bei Regalanlagen, die nicht risikobehaftet sind und bei denen ein längerer Abstand zwischen den Prüfungen festgelegt wurde, muss der Arbeitgeber immer in der Lage sein dies zu begründen. Die Sichtprüfung kann durch jeden Mitarbeiter durchgeführt werden, da für diese Prüfung kein spezifisches Expertenwissen nötig ist. Jedoch sollten die Sichtprüfungen immer von derselben Person durchgeführt werden, da dieser Veränderungen schneller erkennt und dokumentieren kann. Um die Übersicht über den Stand der Prüfungen nicht zu verlieren, werden meist Prüfplaketten genutzt. 


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