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RoHS - Etiketten

Die Europäische Richtlinie 2011/65/EU - “Richtlinie zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten. (RoHS)“ schreibt vor, dass Elektro- und Elektronikgeräte ab dem 1. Juli 2006 bestimmte Schwermetalle und bromierte Flammschutzmittel nicht mehr enthalten dürfen. Die Richtlinie 2011/65/EU löste im Januar 2013 die Richtlinie 2002/95/EG ab.

Inhalt:

Was ist RoHS? Was ist die RoHS-Richtlinie?

RoHS ist die englische Abkürzung von "Restriction of certain Hazardous Substances". Übersetzt bedeutet dies die Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe. Die RoHS-Richtlinie ist eine EU-Richtlinie, die darauf abzielt die beschränkte Verwendung von bestimmten Stoffen in Elektro- und Elektronikgeräten in allen EU-Staaten einheitlich zu regeln. Die Entsorgung dieser als gefährlich eingestuften Materialien kann sowohl zu Umwelt- als auch zu Gesundheitsschäden führen. Wenn jedoch diese Stoffe bereits bei der Herstellung nicht mehr verwendet werden, wird das Risiko einer späteren Umwelt- und Gesundheitsbelastung verhindert.

Bei der RoHS-Richtlinie geht es um folgende Stoffe, die nach ElektroG § 5 Absatz 1 nur noch ganz minimale Gewichtsanteile an der Gesamtmasse des Produktes aufweisen dürfen:

  • Blei (Pb) - weniger als 0,1 Gewichtsprozent
  • Quecksilber (Hg) - weniger als 0,1 Gewichtsprozent
  • Cadmium (Cd) - weniger als 0,01 Gewichtsprozent
  • Sechswertiges Chrom CR (VI) - weniger als 0,1 Gewichtsprozent
  • Polybromiertes Biphenyl PBB - weniger als 0,1 Gewichtsprozent
  • Polybromierter Diphenylether PBDE - weniger als 0,1 Gewichtsprozent (inkl. DecaBDE)

Dazu gehört unter anderem die bleifreie Verlötung elektronischer Bauteile durchzusetzen, giftige Flamm-Hemmer bei der Herstellung von Kabeln zu verbieten sowie die Einführung entsprechender Ersatzprodukte zu verstärken. Außerdem müssen auch die verwendeten Bauteile und Komponenten selbst frei von entsprechenden Stoffen sein.
Ausnahmen gelten für folgende Produkte:

  • Geräte aus der Medizintechnik
  • Überwachungsgeräte
  • Elektronik für militärische Zwecke
  • Ersatzteile

In Deutschland trat am 16. März 2005 das Elektro- und Elektronikgerätegesetz in Kraft, das neben der RoHS auch die EU-Direktive WEEE (Reduzierung und Entsorgung von Elektronikschrott) in deutsches Recht umsetzte. Die Übergangsfrist für die betroffenen Hersteller und Branchen lief bis zum 1. Juli 2006. Die Umsetzung von RoHS ist eines der aufwändigsten Projekte, mit dem die Elektro- und Elektronikindustrie je konfrontiert wurde. Vielfach bewährte Herstellungsverfahren, mit denen teilweise auf breiter Front produziert wurde, dürfen nicht mehr angewendet werden. Eines der größten Probleme dabei ist die Verbindung elektronischer Bauteile mit bleifreiem Lötzinn. Da nach Abschätzungen die Zuverlässigkeit der neuen Verfahren in sicherheitsrelevanten Bereichen, wie beispielsweise in der Luftfahrt und der Medizin, zu schwerwiegenden Problemen führen könnten, gibt es vorläufig eine Reihe von Ausnahmen. Die RoHS-Richtlinie wird daher mit fortschreitenden Erfahrungswerten fortgeschrieben und ergänzt. Die Ausnahmeregel für die Medizin wurde durch die Richtlinie 2011/65/EU der Europäischen Union inzwischen zeitlich befristet. Medizinische Geräte, die ab dem 22. Juli 2014 und In-vitro-Diagnostika, die ab dem 22. Juli 2016 in den Verkehr gebracht werden, müssen nun ebenfalls die RoHS-Richtlinie erfüllen.

Kennzeichnung von RoHS-Konformität mit RoHS-Etiketten

Die RoHS-Richtlinie sieht keine spezifische Kennzeichnung für Produkte vor, die kein Blei, Quecksilber, Cadmium usw. enthalten. Tatsächlich wird die Frage, wie RoHS-Konformität nachgewiesen werden soll, zur Zeit von den zuständigen Kommissionen (TAC) erst diskutiert.

Es gibt aber mittlerweile industriegetriebene Initiativen, die eine freiwillige RoHS-Kennzeichnung befürworten. Wichtig ist es, sicherzustellen, dass Sie von Ihren Lieferanten nur noch RoHS-konforme Produkte erhalten. Lassen Sie sich diese Konformität schriftlich bestätigen!

Wir empfehlen für die eindeutige Erkennung der RoHS-Konformen Bauteile und Geräte die Kennzeichnung mit RoHS-Etiketten bzw. RoHS-Labels.

China RoHS-Etiketten

ACPEIP (=Administration on the Control of Pollution caused by Electronic Information Products) ist eine chinesische Umweltrichtlinie, die umgangssprachlich als “China-RoHS” bezeichnet wird und ähnelt der europäischen RoHS-Richtlinie.
Dieses Umweltschutzgesetz soll die Verwendung von verschiedenen gesundheitsschädlichen Stoffen in elektronischen Bauteilen und Geräten beschränken und dafür sorgen, dass solche Stoffe nur noch in geringem Maße in die Umwelt gelangen.
Die China-RoHS gilt für alle elektronischen Geräte, die in China auf den Markt gebracht werden sollen. Ausgenommen von dieser Richtlinie sind Produkte, die zwar in China hergestellt werden, aber ausschließlich für den Export gedacht sind. Das Ziel ist es, ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und die Umwelt sicherzustellen.

Die ACPEIP regelt die zugelassene Verwendung folgender Stoffe:

  • Diese Stoffe dürfen nur bis zu 0,1% in einem Gerät vorhanden sein:
    • Blei
    • sechswertiges Chrom
    • Quecksilber
    • Flammhemmer PBB
    • Flammhemmer PBDE
  • Diesee Stoff dürfen nur bis zu 0,01% in einem Gerät vorhanden sein:
    • Cadmium

Grünes Etikett mit "e" = Das Gerät hält alle Konzentrationshöchstwerte ein.

China RoHS-Etiketten

Orangenes Etikett mit Zahl 10, 25 oder 50 = Das Gerät überschreitet die Konzentrationshöchstwerte, stellt aber (noch) keine Gefahr für Mensch und Umwelt dar. Die Zahl (“environmental protection use period“ = EPUP) gibt an, wie viele Jahre das Gerät verwendet werden darf, ohne dass ein Gesundheitsrisiko besteht. Nach Ablauf dieser Zeit, muss das Gerät ordnungsgemäß entsorgt werden.