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Rohrleitungskennzeichen

Kennzeichnung von Rohrleitungen mit Rohrleitungskennzeichen, Rohrmarkierern und Rohrleitungsschildern nach DIN 2403. Die DIN 2403 regelt die Rohrleitungskennzeichnung nicht erdverlegter Rohrleitungen nach dem Durchflussstoff. Diese Durchflussstoffe wurden nach allgemeinen Eigenschaften in 10 Gruppen eingeteilt und farbkodiert. Durch die Farbkennzeichnung der Rohre wird deutlich, mit welchen Gefahren zu rechnen ist.

Inhalt

Warum Rohrleitungskennzeichen wichtig sind

Um bei folgeschweren Unfällen richtig reagieren zu können, müssen aktuelle Vorschriften, Richtlinien und Normen in der Industrie- und Anlagenkennzeichnung erfüllt werden.

Relevant sind in der Praxis insbesondere:

  • DIN 2403: Kennzeichnung von Rohrleitungen nach dem Durchflussstoff
  • DIN 2404: Kennfarben der Heizungsanlagen
  • DIN 2405: Rohrleitungen in Kälteanlagen und Kühleinrichtungen
  • TRGS 201 (Technische Regeln für Gefahrstoffe): Einstufung und Kennzeichnung von Gefahrenstoffen (Abschnitt 4.5.3. Stoffe und Gemische in Rohrleitungen)
  • DIN EN ISO 14726-1: Rohrleitungen auf Schiffen
  • LN 9105: Rohrleitungen in der Luft- und Raumfahrt
  • ASR A1.3: Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung
  • DIN 6779: Kennzeichnungssystematik für technische Produkte und technische Produktdokumentation in den Bereichen Chemieanlagen sowie Kraftwerke, Schiffe und Meerestechnik, Bauwerke und technische Gebäudeausrüstung.

Diese Vorgaben müssen partiell oder teilweise in ihren vollumfänglichen Maßgaben beachtet werden. Insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen ist die Sicherstellung einer rechtskonformen Kennzeichnung deshalb oft eine große Herausforderung. Einerseits kann es zu Unsicherheiten hinsichtlich der gesetzlichen Auflagen und Vorschriften kommen. Zum anderen fehlen gelegentlich aber auch anlagenspezifische oder chemische Kenntnisse, um die Durchflussstoffe gemäß DIN 2403 richtig zuordnen zu können. Die Gefahren durch nicht oder falsch gekennzeichnete Rohrsysteme sind jedoch allgegenwärtig. Viele Anlagen sind aufgrund ihrer Größe unübersichtlich und führen heiße, brennbare, explosive, giftige oder anderweitig gefährliche Durchflusstoffe.

Warum Rohre richtig gekennzeichnet werden sollten

Die Gründe für eine vorschriftsmäßige Kennzeichnung sind vielseitig. Wichtige Aspekte sind vor allem:

  • Um im Schadensfall oder bei Reparaturen schnell zu erkennen, welche Rohrleitungen gesperrt sind oder wo Absperrbereiche eingerichtet werden müssen
  • Die Beschriftung sorgt für eine schnelle Gefahrenerkennung  für Personal, Wartungsfirmen und Rettungskräfte.
  • Eine verbesserte Übersicht dient der Prozessoptimierung insgesamt, z.B. bei Wartungsarbeiten.

In der Praxis werden oft normabweichende Kennzeichnungen verwendet, was für Rettungskräfte und deren eingeleitete Rettungsmaßnahmen fatale Folgen haben kann. Eine falsche Markierung innerhalb der Anlage kann ernsthafte Personen- und Sachschäden sowie enorme Kosten verursachen, vor allem wenn im Unglücksfall Menschen zu Schaden kommen.

Bereits in der Anschaffungsphase sollten sich Betreiber mit einer ordnungsgemäßen Kennzeichnung auseinandersetzen. Diese kann entweder durch externe Sachverständige erfolgen, beispielsweise Fachplaner des Anlagenherstellers, Arbeitsschutzbüros oder Industrieservice-Anbieter, aber auch durch interne Sicherheitsfachkräfte. In jedem Fall müssen die verantwortlichen Fachkräfte entsprechend qualifiziert sein, da z.B. auch bauliche Bedingungen eine Rolle spielen, welche bei der Sicherheitskennzeichnung spezifisch zu beachten sind. Neben der Rohrmarkierung müssen zudem auch Flucht- und Rettungswege geplant und ausgeschildert werden.  

Rohrmarkierer sind in den unterschiedlichsten Ausführungen erhältlich, die sich je nach Einsatzzweck deutlich unterscheiden. Die Bandbreite umfasst Kunststoff, spezielle Folien, aber auch Aluminium und Edelstahl. Auch die Art der Beschriftung unterscheidet sich, je nach Einsatzzweck und -ort. Die bekanntesten Arten sind:

  • Gravierte Schilder (Kunststoff & Metall)
  • Laserbeschriftung (Kunststoff und Metall)
  • Vollfarbig bedruckte Aufkleber
  • Spezielle Schilderträger-Systeme

Je nach Einsatzort und den damit verbundenen äußeren Einflüssen, die auf die Beschilderung wirken, sollte das richtige Material gewählt werden. Temperatur, Abrieb, UV-Strahlung, Bewitterung sowie Schmutz und Chemikalien können die Lesbarkeit und Langlebigkeit der Kennzeichnung maßgeblich beeinflussen. So können robuste Metallschilder in rauen Umgebungen langfristig deutlich kosteneffizienter und sicherer im Vergleich zu Aufklebern sein. Auch ist es an manchen Stellen ratsam auf Hilfsmittel wie Schilderhalter und dazugehöriges Befestigungsmaterial zurückzugreifen, um eine schnelle und einfache sowie dauerhafte Markierung der Rohre gewährleisten zu können.

verschiedene Schildertäger-Systeme

So kennzeichnen Sie Rohrleitungen richtig!

Nicht erdverlegte Rohrleitungen – DIN 2403

Speziell bei nicht erdverlegten Rohrleitungen ist der Durchflussstoff nach DIN 2403:2014-06 zu kennzeichnen. Ausgeschlossen ist hierbei die Kennzeichnung von Rohrleitungen auf Schiffen in meerestechnischen Anlagen (DIN ISO 14726).

Die Kennzeichnung der Durchflussstoffe erfolgt durch Kennzahlen (Gruppen) und Farben, die in der DIN 2403 festgelegt sind. Zusätzlich wird der Durchflussstoff durch Wortangabe, Formel oder ein Kurzzeichen angegeben. Die Einteilung in die 10 Hauptgruppen erfolgt nach der Art bzw. den allgemeinen Eigenschaften des in der Rohrleitung beförderten Mediums. Jeder Hauptgruppe der Rohrkennzeichnung ist eine bestimmte Farbe zugeordnet:

Gruppe Durchflussstoff Gruppenfarbe RAL Schriftfarbe Zusatzfarbe
1 Wasser grün RAL 6032 weiß1 -
2 Wasserdampf rot RAL 3001 weiß1 -
3 Luft/Vakuum grau RAL 7004 schwarz2 -
4 brennbare Gase gelb RAL 1003 schwarz2 rot3
5 nicht brennbare Gase gelb RAL 1003 schwarz2 schwarz2
6 Säuren orange RAL 2010 schwarz2 -
7 Laugen violett RAL 4008 weiß1 -
8 brennbare Flüssigkeiten/Feststoffe braun RAL 8002 weiß1 rot3
9 nicht brennbare Flüssigkeiten/Feststoffe braun RAL 8002 weiß1 schwarz2
0 Sauerstoff blau RAL 5005 weiß1 -

1 = RAL 9003 ; 2 = RAL 9004 ; 3 = RAL 3001

Die Norm DIN 2403 beschreibt im Allgemeinen wie Rohre beschriftet werden müssen. Rohre sind entsprechend der DIN 2403 in angemessenen Abständen an betriebswichtigen und gefahrenträchtigen Punkten deutlich sichtbar, dauerhaft und auf Basis der Gefährdungsbeurteilung des Unternehmens zu kennzeichnen. Hierbei handelt es sich um kritische Stellen wie z.B. Anfang, Ende, Abzweigungen, Ventile, Wanddurchführungen oder Armaturen. Dabei sind die örtlichen Bedingungen, insbesondere die jeweiligen Durchflussstoffe, zu berücksichtigen.
Die Anforderungen an die Norm 2403 basieren auf der vereinfachten Kennzeichnung nach TRGS 201. Die Kennzeichnung muss beinhalten:

  1. Die Gruppen- und Zusatzfarbe des Durchflussstoffes nach obiger Tabelle
  2. Die Durchflussrichtung muss mittels Pfeil angegeben werden. Bei wechselnder Durchflussrichtung sind beide Richtungen mittels Pfeil anzugeben. Durchflussrichtungen sind in der Schriftfarbe nach Tabelle 1 auszuführen.
  3. Die Angaben des Durchflussstoffes haben durch Wortangabe, chemische Formel, Kennzahl oder Kurzzeichen zu erfolgen. Die Angabe des Durchflussstoffes ist in der Schriftfarbe nach oben genannter Tabelle auszuführen. Bei Verwendung von Kennzahlen ist eine Erläuterung der Daten an den betriebswichtigen Punkten auszuhängen oder auszulegen.
  4. Wenn es sich bei den Durchflussstoffen um Gefahrenstoffe nach dem Chemikaliengesetz handelt, sind Gefahrenpiktogramme zu verwenden.

Zudem muss die Kennzeichnung durch Aufkleber, Anstriche oder Schilder deutlich erkennbar und dauerhaft lesbar sein. Bei der Kennzeichnung mittels Bändern sollte das Rohr vollständig umschlossen sein, die Enden überlappen und die jeweiligen Sicherheitshinweise sich mindestens viermal wiederholen. Die Größe der Kennzeichnung ergibt sich aus der erforderlichen Erkennungsweite:

Erkennungsweite = Schriftgröße h * Distanzfaktor Z

(Z = 300 bei Schrift, Z = 40 bei Gefahrensymbolen)

Kennzeichnung von Heizungsanlagen (Kennfarben) - DIN 2404

Der Deutsche Normenausschuss hat bestimmte Farbgebungen für Heizungsrohrleitungen definiert. Die Kennfarben sind in der Norm abgebildet und müssen für die unterschiedlichen Heizungsrohre zur Kennzeichnung genutzt werden.

Anlagen ganzheitlich kennzeichnen

Nicht selten handelt es sich bei Durchflussstoffen auch um kritische Gefahrenstoffe. Es ist naheliegend, dass entsprechende Gefahren eindeutig und dauerhaft gekennzeichnet werden müssen. Die Markierung stellt sicher, dass im Havarie-Fall schnell und richtig gehandelt werden kann. Dies setzt allerdings ein ganzheitliches und einheitliches Kennzeichnungssystem voraus, das auch für weniger gefährliche Durchflussstoffe zur Anwendung kommt. Nur so können sich Rettungskräfte im Schadensfall schnell einen Überblick über mögliche Risiken verschaffen und Gefahren bestmöglich eingrenzen.

Bestimmungen und Vorschriften für Rohrleitungskennzeichnungen

Entsprechend VBG 1 §49 und DIN 2403 sind im Interesse der Sicherheit alle nicht erdverlegten Rohrleitungen nach ihren Durchflussstoffen zu kennzeichnen.
Die DIN 2403 gibt vor:

  • Durchflussstoffe, die nach dem Chemikaliengesetz als Gefahrstoffe eingestuft werden, mit Gefahrensymbolen zu kennzeichnen.
  • bei radioaktiven Durchflussstoffen zusätzlich ein Warnzeichen anzubringen.

Eine eindeutige Kennzeichnung dient der sachgerechten Instandhaltung, einer wirksamen Brandbekämpfung und als Hinweis im Havariefall. Die Rohrleitungskennzeichnung soll außerdem auf Gefahren hinweisen, um Unfälle und gesundheitliche Schäden zu vermeiden.
Durch die Farbkennzeichnung der Leitungen wird deutlich, mit welchen Gefahren zu rechnen ist.
Für eine optimale Planung von Erweiterungen der Rohrleitungen ist eine übersichtliche Kennzeichnung von Durchflussstoff und Durchflussrichtung hilfreich.

Die farbliche Kennzeichnung und Beschriftungen sollte in einem Abstand von maximal 10 m über die Rohrlänge und an betriebswichtigen und gefahrenträchtigen Punkten erfolgen:

  • am Anfang der Rohrleitung
  • am Ende der Rohrleitung
  • an Abzweigungen und Verteilern
  • an Armaturen, Ventilen und Wanddurchgängen

Darüber hinaus erleichtert eine entsprechende Kennzeichnung das Verfolgen der Rohrleitungen bei unübersichtlicher Leitungsführung. Deshalb ist es auch wichtig, dass immer die Durchflussrichtung des Mediums durch einen Fließrichtungspfeil angezeigt wird. Bei wechselnden Durchflussrichtungen werden Schilder mit beiderseitigen Pfeilen verwendet.

Rohrleitungskennzeichner für Gefahrstoffe

Die Gefahrstoffverordnung GefStoffV verlangt, dass Durchflussstoffe mit gefährlichen Eigenschaften zusätzlich mit dem entsprechenden Gefahrensymbol und Gefahrenbezeichnung versehen werden.

Verschiedene Möglichkeiten der Rohrleitungskennzeichnung

Rohrmarkierungen werden entweder selbstklebend angebracht als Kennzeichnungsbänder oder Etiketten bzw. mit Hilfe von Schildersystemen.
Für verschiedene Rohrgrößen gibt es Schilder und Rohrleitungsbänder in verschiedene Größen und Ausführungen.
Schilder für die Rohrleitungskennzeichnung müssen temperaturbeständig sein und eine gute Haftung der Aufdrucke aufweisen. Sie sollten je nach Einsatzgebiet beständig gegen Witterungseinflüsse, Kraftstoffe sowie verdünnte Säuren und Laugen sein, um die dauerhafte Rohrkennzeichnung zu gewährleisten.

Selbstklebende Einzelschilder in Pfeilform sind in unterschiedlichen Farben und mit entsprechendem Aufdruck je nach Durchflussmedium erhältlich. Bei Schildern mit beidseitigen Pfeilen kann die überflüssige Pfeilspitze einfach abgeschnitten werden, um die Durchflussrichtung anzugeben. Zur Rohrleitungskennzeichnung bei wechselnder Durchflussrichtung sind diese Pfeilschilder mit beidseitigen Pfeilspitzen optimal.

Rohrleitungsbänder dienen zur Rundumkennzeichnung der Rohre. Die Durchflussrichtung wird durch Pfeile markiert und ist von allen Seiten erkennbar.

Schildersysteme zur Rohrleitungskennzeichnung bestehen aus Schilderträgern und auswechselbaren Einlegeschildern und eventueller Abdeckhaube. Sie sind über Anschrauben Kabel- oder Schellenbandmontage anzubringen.

umfangreiche Auswahl an Kennzeichnungsprodukten für Rohre und Rohrleitungen nach DIN 2403

  • selbstklebende Rohrleitungsetiketten aus Vinylfolie mit beidseitiger Pfeilspitze
  • selbstklebende Rohrmarkierer aus Vinylfolie ohne Text zur Selbstbeschriftung
  • Rohrleitungskennzeichnungsbänder mit Durchflussbezeichnung und Fließrichtungspfeil mit und ohne Gefahrensymbol
  • temperaturbeständige Rohrleitungskennzeichnungsschilder aus Kunststoff oder Edelstahl
  • Schilderträger für Rohrleitungen aus Kunststoff, eloxiertem Aluminium oder Edelstahl
  • Einlegeschilder nach Ihren Angaben bedruckt
  • gravierte Rohrleitungsschilder aus Edelstahl oder Kunststoff
  • selbstklebende Pfeilschilder zur Rohrleitungskennzeichnung mit Wunschbeschriftung
  • Metallmarken, Kunststoffmarken fortlaufend nummeriert oder mit Wunschtext graviert