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Beratung zu Gefahrstoffkennzeichnung gemäß CLP/GHS-Verordnung

Die CLP-Verordnung der EG Nr. 1272/2008 über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen passt die EU-Rechtsvorschriften an das Global Harmonisierte System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien (GHS) der Vereinten Nationen an. In Deutschland wurden die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) sowie zahlreiche Technische Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) an (GHS) angepasst, ähnlich fand der Prozess in allen anderen EU-Ländern statt. Ziel des weltweit geltenden Systems ist es, den Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt einheitlicher und transparenter zu machen, unter anderem durch verständliche Kennzeichnung der Gefahrstoffe.

Kennzeichnungssystem gemäß CLP/GHS-Verordnung

Die vollständige Kennzeichnung der Gefahrstoffe nach CLP/GHS besteht aus folgenden Kennzeichnungselementen:

  • Gefahrstoffname oder bei Gemischen Name der enthaltenen Inhaltsstoffe
  • Gefahrenpiktogramm(e)
  • Ein Signalwort „Achtung“ oder „Gefahr“
  • H-Phrasen (Gefahrenhinweise)
  • P-Phrasen (Sicherheitshinweise)
  • Bei Bedarf Hersteller/ Vertreiber
  • Bei Bedarf Gebindegröße
  • Bei Bedarf weitere zusätzliche Hinweise
Gefahrstoffetikett Benzin UN 1203 gemäß CLP/GHSGefahrstoffetikett Benzin UN 1203 gemäß CLP/GHS

Gefahrpiktogramme und ihre Anwendung

Weltweit warnen schwarze Symbole auf weißen Rhomben mit rotem Rand vor den Gefahren chemischer Stoffe und Gemische. Die so genannten GHS-Piktogramme sind eindeutig in ihrer Aussage und bieten im internationalen Warenverkehr eine Vereinheitlichung mit mehr Sicherheit. Kaufen Sie normgerechte Gefahrstoffkennzeichnung im Brewes Onlineshop und kennzeichnen Sie Ihre Produkte fachlich richtig.

Die Kennzeichnungsverordnung sieht neun Piktogramme vor:

Piktogramm Bezeichnung Bedeutung
Piktogramm Gefahrstoffkennzeichen GHS01 - Explosion GHS01 - Explodierende Bombe
  • Explosiv
Gefahrstoffkennzeichen GHS02 - Flamme GHS02 - Flamme
  • Leicht- /Hochentzündlich oder entzündend
  • Zu den Gefahren zählen:
    • entzündbare Stoffe
    • selbstentzündbare Stoffe
    • durch Fremdeinwirkung entzündbare Stoffe
Gefahrstoffkennzeichen - GHS03 - Flamme auf einem Kreis GHS03 - Flamme auf einem Kreis
  • Oxydierend
  • Brandverursachend
  • Brandverstärkend
Gefahrstoffkennzeichen - GHS04 - Gasflasche GHS04 - Gasflasche
  • Unter Druck stehende Gase
Gefahrstoffkennzeichen - GHS05 - Ätzwirkung GHS05 - Ätzwirkung
  • Ätzende Stoffe
Gefahrstoffkennzeichen - GHS06 - Totenkopf mit gekreuzten Knochen GHS06 - Totenkopf mit gekreuzten Knochen
  • Akute Toxizität
Gefahrsoffkennzeichen - GHS07 - Ausrufezeichen GHS07 - Ausrufezeichen
  • Akute Toxizität
  • Reizung der Haut
  • Augenreizung
  • Sensibilisierung der Haut
  • Spezifische Zielorgan-Toxizität
Gefahrstoffkennzeichen - GHS08 - Gesundheitsgefahr GHS08 - Gesundheitsgefahr
  • Krebserzeugend
  • Mutagen
  • Reproduktionstoxisch
  • Sensibilisierung der Atemwege
  • Spezifische Zielorgan-Toxizität
  • Aspirationsgefahr
Gefahrstoffkennzeichen - GHS09 - Umwelt (toter Fisch) GHS09 - Umwelt (toter Fisch)
  • Umweltgefährdend und Gewässergefährdend

Gefahrstoff vs. Gefahrgut

Oft werden die Etiketten für Gefahrstoff und Gefahrgut gleichgestellt oder sogar miteinander verwechselt. Beide sind zwar rautenförmig, allerdings haben die Gefahrstoffpiktogramme immer einen roten Rand mit weißem Hintergrund und einem in der Mitte platzierten schwarzen GHS-Symbol, während die Gefahrgutzettel einen schwarzen Rand mit einem Gefahrsymbol in der oberen Hälfte und einer Angabe der Gefahrenklasse oder -unterklasse in der unteren Hälfte besitzen.

Gefahrensymbol GHS02 FlammeGefahrensymbol GHS02 Flamme
Gefahrensymbol GHS02 Flamme - GHS2FX
Gefahrzettel, Klasse 3, Entzündbare flüssige StoffeGefahrzettel, Klasse 3, Entzündbare flüssige Stoffe
Gefahrzettel, Klasse 3, Entzündbare flüssige Stoffe - G044

Hauptunterschiede zwischen Gefahrstoff und Gefahrgut:

  Gefahrstoff Gefahrgut
Definition Gefahrstoffe sind gefährliche Stoffe, die gelagert werden oder eine Verwendung finden. Gefahrgut sind gefährliche Stoffe beim Transport, von denen bei Unfällen oder bei unsachgemäßer Behandlung Gefahren ausgehen können.
Rechtliches Rechtliche Vorgaben für die Gefahrstoffkennzeichnung bilden das GHS, das Europäische CLP und die deutsche Gefahrstoffverordnung (GefStoffV). Zentrale rechtliche Vorgabe für den Gefahrguttransport ist das ADR, das Europäische Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße.
Schutzziele Mitarbeiterschutz vor Gesundheitsgefahren, vor den Auswirkungen von Bränden und Explosionen sowie Umweltschutz. Gefahrgüter sicher transportieren.
Kennzeichnung Gefahrstoffe müssen nach CLP/GHS-Verordnung gekennzeichnet und verpackt werden. Gefahrgüter müssen mit einem Gefahrzettel und der UN-Nummer gekennzeichnet werden.

Im Brewes-Onlineshop finden Sie Artikel aus beiden Artikelgruppen in Standardausführung sowie eine Auswahl an individualisierbaren Produktvarianten. Sie sind sich nicht sicher welche Etiketten für Ihren Einsatzgebiet passend sind? Wir helfen Ihnen gerne, die richtige Auswahl zu treffen. Sprechen Sie uns bitte an.

Häufige Fragen zu Gefahrstoffkennzeichnung

Müssen bei der Kennzeichnung der Gefahrstoffe immer alle Kennzeichnungselemente gleichzeitig verwendet werden?

Nein. Innerbetrieblich darf unter Berücksichtigung der Betriebsanweisung und des Sicherheitsdatenblattes eine vereinfachte Kennzeichnung der Gefahrstoffe verwendet werden bestehend nur aus einem Stoffnamen und GHS-Piktogrammen. Somit wird die Gefahrstoffkennzeichnung auf die Hauptgefahren beschränkt.

Wann wird ein Gefahrstoff zum Gefahrgut?

Sobald gefährliche Stoffe von A nach B transportieren werden, sind sie als Gefahrgüter zu deklarieren. Wiederum gefährliche Stoffe, die länger als 24 Stunden gelagert werden, werden zu Gefahrstoffen. Ein Gefahrstoff muss aber nicht zwingend auch als Gefahrgut klassifiziert sein – das ist nur dann der Fall, wenn er nach den aktuellen nationalen und internationalen Transportabkommen, z.B. ADR, als solcher eingestuft wird. Andersherum muss ein Gefahrgut nicht gleichzeitig ein Gefahrstoff sein.

Was muss ich bei der Auswahl der Größe meiner Gefahrstoffetiketten beachten?

Laut der CLP-Verordnung muss jedes GHS-Symbol mindestens 1/15 der Mindestfläche des Gefahrstoffetiketts füllen und darf nicht weniger als 1 cm2 betragen.

Folgende Mindestabmessungen sind für die Kennzeichnungsetikette und Piktogramme vorgesehen:

Fassungsvermögen der Verpackung (in l) Abmessungen des Kennzeichnungsetiketts (in mm) Abmessungen des Piktogramms (in mm)
bis 3 wenn möglich mind. 52 × 74 nicht kleiner als 10 × 10, wenn möglich mind. 16 × 16
über 3 bis höchstens 50 mindestens 74 × 105 mindestens 23 × 23
über 50 bis höchstens 500 mindestens 105 × 148 mindestens 32 × 32
größer als 500 mindestens 148 × 210 mindestens 46 × 46

Normen, Regelungen und Vorschriften zu Gefahrstoffkennzeichnung

CLP/GHS-Verordnung

Das Global harmonisierte System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien (GHS) regelt die weltweit einheitliche Kennzeichnung (durch Gefahrstoffetiketten) auf der Verpackung, sowie die Informationen in den Sicherheitsdatenblättern für Chemikalien. Durch dieses einheitliche System soll erreicht werden, dass der internationale Handel mit chemischen Stoffen erleichtert (Import/ Export) wird, aber auch der Schutz der menschlichen Gesundheit gewährleistet wird. Da die GHS-Verordnung nicht unmittelbar in den einzelnen Ländern rechtswirksam ist, muss diese erst durch eine Implementierung in die jeweilige Gesetzgebung der Staatengemeinschaft verbindlich umgesetzt werden.

In der Europäischen Union (EU) geschieht das durch die CLP-Verordnung, auch bekannt als (EG) Nr. 1272/2008. CLP steht für eine Abkürzung aus den englischen Wörtern „Classification, Labelling and Packaging“ und bedeutet "Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung". Durch die Anpassung auf das europäische Recht am 20. Januar 2009 wurde europaweit dieses neue System für die Kennzeichnung (durch Gefahrstoffetiketten), Einstufung und Verpackung von Gefahrstoffen und Gemischen geschaffen. 

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