Barrierefreie Orientierung in Gebäuden tastbaren Türschildern

Menschen mit Sehbehinderung sind ebenso wie Menschen ohne jegliche körperliche Beeinträchtigung berechtigt, ohne fremde Hilfe den richtigen Weg im Gebäude finden zu können. In öffentlichen Gebäuden sind barrierefreie Orientierungssysteme zum Standard geworden, in jeder anderen Einrichtung kann man Sehbehinderten aber genauso begegnen. Dank baulicher Einbindung barrierefreier Gebäudeelemente wird den sehbeeinträchtigten Menschen ermöglicht sich im öffentlichen Leben zu integrieren und selbständig den gesuchten Raum sowie den richtigen Ansprechpartner für sie zu finden.

Taktile (tastbare) Türschilder

Die tastbaren Türschilder sind ein unabdingbarer Teil eines gut integrierten Orientierungssystems in jedem Gebäude. Die taktilen Türschilder sind direkt neben der jeweiligen Tür anzubringen, normalerweise an der Seite der Türklinke. Reicht der Platz an der Seite der Türklinke für einen Türschild nicht aus, ist es zulässig, diesen auf der anderen Seite zu montieren. Laut DIN 32986 sollte der horizontale Abstand von der Tür 50-100 mm betragen. Um die optimale Auffindbarkeit des tastbaren Lesetextes für den Sehbehinderten zu erreichen, sind die tastbaren Türschilder in der Augenhöhe anzubringen, und zwar laut DIN 32986 in der Höhe zwischen 1300 - 1600 mm. Andere Anbringungshöhen sind für die Sehbehinderten sehr ungeeignet, weil sie dann die Informationen lange suchen müssen.

Beschriftung taktiler Türschilder

Die Lesemenge der tastbaren Informationen sollte möglichst gering gehalten werden. Es sind nur die relevantesten Angaben zu veranschaulichen. Zu den wichtigsten Angaben gehören beispielsweise die Raumnummer und -funktion, gegebenenfalls auch Öffnungszeiten. Häufig wechselnde Informationen wie die Namen der Ansprechpartner sind eher durch auswechselbare Schildereinleger darzustellen.

Die Gestaltungsmöglichkeiten sind unbegrenzt, fast jedes Schildersystem kann tastbar beschriftet werden. Als Beschriftung werden normalerweise die Pyramidenschrift (= Reliefschrift, Profilschrift) in Kombination mit der Brailleschrift (= Punktschrift, Blindeschrift) verwendet. Die zu vermittelnde Information in der Reliefschrift sollte mit der in der Brailleschrift übereinstimmen. Die Brailleschrift ist an dem Türschild unter der tastbaren Profilschrift zu platzieren. Es ist zu beachten, dass die Beschriftung immer kontrastierend zum Untergrund gewählt wird, um die optische Lesbarkeit bei sehbeeinträchtigten Menschen möglichst zu vereinfachen. Hochglänzende Untergründe sind zu vermeiden. Genaue Angaben zu Leuchtdichtekontrasten sind in der DIN 32975 verankert.

Pyramidenschrift laut DIN 32986

Die Pyramidenschrift ist eine erhabene „Normalschrift“, die sowohl für Sehbehinderte, die keine Brailleschrift beherrschen, als auch für die sehenden Menschen verständlich ist. Dank der Prismenform mit einer leicht gerundeten Oberkante sind die einzelnen Buchstaben mit den Fingern lesbar. Die Anforderungen an die serifenlose Darstellung in möglichst gleichmäßiger Strichstärke der Pyramidenschrift sind in der DIN 32986 festgehalten. Es sind grundsätzlich nur Großbuchstaben zu verwenden, Kleinbuchstaben werden in Einzelfällen benutzt, z.B. bei Haus- oder Raumnummern.

Technische Zeichnung laut DIN 32986 mit erhabener Pyramidenschrift

Abb. 1 - Erhabene Pyramidenschrift (Technische Zeichnung laut DIN 32986)

Die Versalhöhe (Höhe der Großbuchstaben oberhalb der Grundlinie) darf nicht kleiner als 10 mm sein, um eine eindeutige Ertastbarkeit zu gewährleisten. Bei Versalhöhen 10 - 25 mm ist ein prismenförmiger Querschnitt erforderlich. Die Versalhöhe bei Handlauf- und Mehrwort- beschriftungen liegt vorzugsweise bei 13 mm.
e = min. Reliefhöhe, in mm - Die Erhabenheit der Buchstaben beträgt bei 10 mm Versalhöhe 1,2 mm. Bei 25 mm Versalhöhe sind es schon 2,0 mm. Für Errechnung der minimalen Reliefhöhe gilt folgende Gleichung: e = 0,666 + 0,0534h
h = Versalhöhe, in mm
a = Bei prismenförmigen Schriften beträgt der Mindestabstand zwischen zwei Zeichen 4 mm. Es wird an der breitenmäßig größten Ausdehnung der tastbaren Oberkante der Buchstaben bzw. Ziffern gemessen. Der Abstand wächst proportional mit der Versalhöhe.

Der Zeilenabstand liegt mind. bei 120 % der Versalhöhe, gemessen an der Grundlinie.
Der Wortabstand muss 1,1 mal größer sein als die Breite des größten Buchstabens „M“.
Die abgerundeten Tastkanten sollten 0,2 mm betragen, können aber bis auf 0,6 mm vergrößert werden.

Brailleschrift laut DIN 32976

Die Brailleschrift ist seit 1879 eine offizielle Schrift für erblindete Menschen. Sie beruht auf einem 6-Punkt-System. Sie wird auch Punktschrift oder Blindenschrift genannt. Diese Schrift ist durch Ertasten lesbar. Dank eines Grundrasters für die Blindenschrift bestehend aus zwei Spalten und drei Zeilen, kann man bis zu 63 Zeichen bestehend aus Buchstaben, Ziffern, Sonder- und Satzzeichen abbilden. Der Sinn des Lesetextes ergibt sich je nach der Stellung der einzelnen Punkte im 6-Punkt-Raster. Die Finger der Sehbehinderten ertasten dick aufgetragene halbkugelförmige Punkte mit glatter Oberfläche. Die genauen Maße und Punktabstände sind in der DIN 32976 festgelegt.

Beispiel zehn Buchstaben in Brailleschrift

Abb. 2 - Beispiel zehn Buchstaben in Brailleschrift (gemäß Norm DIN 32976)

Großbuchstaben-Definiton der DIN 32976 in Brailleschrift

Abb. 3 - DIN 32976-Vorgaben für Großbuchstaben in Brailleschrift

Großdruck wird für Beschilderungen, aber auch für den Buchdruck verwendet. Maße sind:

Piktogramme

Taktile (tastbare) Piktogramme sind ebenfalls möglich abzubilden, jedoch müssen diese stark konturiert und ausreichend groß sein. Die Abbildung erhabener Piktogramme ist nur bei einfachen und klar verständlichen Symbolen sinnvoll. Als klar verständliche Abbildung gilt z.B. eine „Glocke“ als Zeichen für Notruf. Es ist dabei auf eine Größe > 25 mm zu achten. Die Toilettenkennzeichnungen wie „Männlein“ und „Weiblein“ sind größer als 75 mm abzubilden. Die „komplizierteren“ Piktogramme wie z.B. das „Rauchverbot“ oder „Rollstuhlsymbol“ sind unbedingt noch durch eine erhabene Profilschrift und/oder Brailleschrift zu ergänzen.

Bei brewes erhalten Sie Türschilder mit tastbarer Beschriftung in verschiedenen Formaten und Materialien wie z.B.:

Türschilder Frankfurt

Türschilder Madrid mit tastbarer Schrift beim persönlichen Kundenberater anfragen 

Türschilder Glasgow

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Türschilder Sydney

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Türschilder Monaco

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Tastbare WC-Schilder

 


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