Fahrzeugkennzeichnung

Fahrzeugwarnmarkierungen für Kfzs und LKWs dienen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Die Warnmarkierungen von KFZ sind in der Regel rot/weiß und reflektierend. Sie dienen dazu auch bei schlechter Sicht und Dunkelheit Fahrzeuge besser wahrzunehmen. Die Markierungen unterliegen der DIN 30710 Norm. Außerdem finden Sie in unserem Produktangebot u. a.  Konturmarkierungen und Containerwarnmarkierungen. Mehr…
 

Kfz-Warnmarkierung zur Markierung von Fahrzeugen mit Sonderrechten nach  StVO § 35 (6) / nach DIN 30710

Als Fahrzeuge mit Sonderrechten werden in Deutschland Fahrzeuge bezeichnet, die über eine Befreiung von den Vorschriften der Straßenverkehrsordnung (StVO) verfügen. Diese Befreiung ist an bestimmte Bedingungen gebunden und wird in § 35 StVO geregelt.

Zu den Sonderrechten im Straßenverkehr gelten folgende:

  • Langsamem Fahren auf der Autobahn
  • Halten oder Parken im Haltverbot
  • Befahren von Gehwegen
  • Überschreiten des Tempolimits
  • Fahren bei Rotlicht an Ampeln
  • Befahren der Gegenfahrbahn
  • Befahren einer Einbahnstraße entgegen der Fahrtrichtung oder Rückwärtsfahren in einer Einbahnstraße

Sonderfahrzeuge, die dem Bau, der Unterhaltung oder Reinigung der Fahrbahnen und Anlagen im Straßenraum oder der Müllabfuhr dienen und durch weiß-rot-weiße KfZ Warnmarkierungen gekennzeichnet sind können über Sonderrechte entsprechend StVO § 35 (6) / DIN 30710 verfügen. Diese Fahrzeuge dürfen, wenn es ihr Einsatz erfordert, auf allen Straßen und Straßenteilen und auf jeder Straßenseite in jeder Richtung zu allen Zeiten fahren und halten, soweit es durch ihren Einsatz notwendig wird.

Über diese Sonderrechte können unter bestimmten Bedingungen folgende Fahrzeuge verfügen:  Baufahrzeuge, Müllfahrzeuge, Straßenreinigung, Einsatzfahrzeuge des Havarie- und Katastrophenschutzes, Winterdienstfahrzeuge, Messfahrzeuge etc.

Die Sonderrechte dürfen nur unter Berücksichtigung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung ausgeübt werden.

Fahrzeuge, welche Sonderrechte beanspruchen, müssen nach DIN 30710 mit  rot-weiß schraffierter KFZ Warnmarkierungen ausgerüstet sein. Nur mit einer ausreichenden und korrekten Kennzeichnung mit KFZ-Warnmarkierungen dürfen Fahrzeuge eingeschränkte Sonderrechte nach §35 (6) StVO nutzen.

Diese KFZ-Warnmarkierungen sollen die Sichtbarkeit der Fahrzeuge und damit die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen. Ohne die entsprechende Kennzeichnung besteht möglicherweise ein erhöhtes Unfallrisiko, da die Verkehrsteilnehmer das Fahrzeug eventuell zu spät erkennen.

Die Warnmarkeirung besteht aus weißen und roten Streifen, die abwechselnd im Winkel von 45 Grad angebracht sind. Die Streifen haben eine Breite von 100 mm. Die dafür verwendete Reflexionsfolie muss mindestens der Reflexionsklasse RA2 entsprechen.

Die Norm formuliert aber nicht nur die Folienbauart, sondern auch die Befestigung der einzelnen Warnmarkierungs-Flächen. Zur Kennzeichnung der Fahrzeuge mit Sonderrechten wird eine festgeschriebene Anzahl an Warnmarkierungs-Normflächen gefordert.

Normfläche: Eine Normfläche besteht dabei aus einem Quadrat von 141 x 141 mm, welches diagonal in eine weiße und eine rotes Hälfte unterteilt ist. (siehe Abb.)

Einzelfläche: Eine Einzelfläche (141 x 282 mm) besteht aus zwei aneinandergelegten Normflächen. (siehe Abb.)

Entsprechend der DIN 30710 sind für eine korrekte Kennzeichnung 4 Einzelflächen an der Front und 4 Einzelflächen am Fahrzeugheck vorgeschrieben. Die Anbringung einer einzelnen Norm- bzw. Einzelfläche ist ungenügend.

Was bedeutet bei Warnmarkierungen linksweisend oder rechtsweisend?

Links- oder rechtsweisende Warnmarkierungen sollen den Betrachter links oder rechts an dem Hindernis oder der Gefahrstelle vorbei lenken.
Dazu müssen Sie gedanklich die Warnmarkierungen senkrecht so aneinander legen, dass die Schraffurbalken ein A ergeben.
Der rechte Schenkel des A steht dabei für die rechtsweisende Ausrichtung und der linke Schenkel des A steht für die linksweisende Schraffur der Warnmarkierung!

Die Seitenflächen  der Fahrzeuge müssen zur Nutzung der eingeschränkten Sonderrechte nicht gekennzeichnet werden. Für  Fahrzeuge die auch quer zur Fahrtrichtung zum Einsatz kommen, wird jedoch empfohlen. Zusätzlich an den Seitenflächen Warnmarkierungen anzubringen.

Auch für Schwerlastbegleitfahrzeuge (BF3) ist die Anbringung einer rot-weißen Typ2-Reflexfolie als Warnmarkierung  vorgeschrieben. Diese Warnmarkierung für BF3-Fahrzeuge unterscheidet sich jedoch von der Kfz-Warnmarkierung nach DIN30710 in der Streifenbreite. Die Warnmarkierung für Schwerlasttransporte ist im Merkblatt für die Kennzeichnung und Ausrüstung von BF3-Fahrzeugen beschrieben.

 

Geschwindigkeitsschilder für KFZ nach § 58 StVZO, KfZ-Schilder und KFZ-Aufkleber mit kmh-Angabe

Geschwindigkeitsschilder und KFZ-Aufkleber mit km-Angabe geben die zulässige Höchstgeschwindigkeit des gekennzeichneten Kraftfahrzeuges in Kilometer pro Stunde an.
Ein Geschwindigkeitsschild oder ein KFZ-Aufkleber mit km-Angabe nach § 58 StVZO informiert den Fahrer des Folgefahrzeuges, dass er hinter einem relativ langsamen Fahrzeug fährt. Besonders  zur Einschätzung der Position und Geschwindigkeit bei Überholvorgängen ist diese Kenntnis erforderlich.

Geschwindigkeitsschilder sind rund und besitzen einem Durchmesser von 200 mm. Der Untergrund der Schilder ist weiß mit einem schwarzen Rand. Die Ziffern zur Geschwindigkeitsangabe sind in schwarzer fetter Engschrift entsprechend Anlage V der StVZO in einer Schriftgröße von 120 mm ausgeführt. Die Schilder weisen nur die Ziffern für die Geschwindigkeitsbegrenzung ohne die Einheit kmh auf.

Mit Geschwindigkeitsschildern oder KFZ-Aufklebern müssen gekennzeichnet sein

mehrspurige Kraftfahrzeuge mit einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 60 km/h,
Anhänger mit einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit von weniger als 100 km/h,
Anhänger mit einer eigenen mittleren Bremsverzögerung von weniger als 2,5 m/s2.
Über die Ausrüstungspflicht mit den Geschwindigkeitsschildern entscheidet die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit, nicht die Art des KFZ. Geschwindigkeitsschilder sind ideal zur Beschriftung für Kraftfahrzeuge, für Zugmaschinen und Anhänger geeignet.

So müssen z.B. auch selbstfahrende Arbeitsmaschinen, Stapler, Zugmaschinen, und Flurförderzeuge, motorisierte Krankenfahrstühle sowie elektronische Mobilitätshilfen mit Geschwindigkeitsschildern ausgestattet werden.

Langsam fahrende Zweiräder benötigen keine Kennzeichnung mit Geschwindigkeitsschildern, jedoch dreirädrige Kleinkrafträder, da diese mehrspurig sind.

Retroreflektierenden Konturmarkierung gemäß UN ECE R 104 und UN ECE R 48

Konturmarkierungen findet man auf LKW‘s über 6,0 m Länge, auf Anhängern mit Planenaufbauten, und  auf  Tankfahrzeugen.  Diese Konturmarkierungen kennzeichnen die Konturen von Fahrzeugen mit einem reflektierenden Material, so dass diese Fahrzeuge mit ihren Abgrenzungen bei Dunkelheit besser sichtbar sind.
Untersuchungen haben gezeigt, dass diese auffällige Markierungen aus retroflektierendem Material die Erkennbarkeit von Nutzfahrzeugen deutlich verbessern.
Bei LKW’s und Sattelzügen treten im Dunkeln ca. 30 % weniger Zusammenstöße an Heck und Seite der Fahrzeuge auf, wenn diese Fahrzeuge mit einer  Konturmarkierung gemäß UN ECE R 104 und UN ECE R 48 ausgestattet sind. Diese Tatsache ist statistisch belegen.

In Deutschland sind retroreflektierende Markierungen an Lkw bereits seit Jahren zugelassen.
Nach europäischem Recht, Richtlinie 2007/35/EG wurde die Kenntlichmachung von Lkw mit retroreflektierenden Markierungen Pflicht mit Wirkung vom 10.Juli 2011.

Mit dem Inkrafttreten der 48. Verordnung zur Änderung straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften (48. ÄVO StVR) wurde 53 Abs. 10 StVZO neu gefasst und eine Regelung getroffen, die am 1. August 2013 in Kraft getreten ist.
Gemäß der Neufassung müssen

  • ab sofort alle in der Richtlinie genannten Fahrzeuge, die neu in Verkehr kommen, mit Konturmarkierungen ausgerüstet sein und
  • alle genannten Fahrzeuge, die seit dem 10. Juli 2011 ohne Konturmarkierungen in Verkehr gekommen sind, sofort mit Konturmarkierungen nachgerüstet werden (umgehende Nachrüstpflicht).

Etwa ein Drittel aller Unfälle mit LKW's ereignen sich bei ungünstigen Witterungsbedingungen, während der Dämmerung oder bei Dunkelheit. In den meisten Fällen haben diese Zusammenstöße zugleich meist schwerwiegendere Folgen als Unfälle bei Tageslicht. Eine wesentliche Ursache dafür ist die schlechte Sichtbarkeit der LKW's, der Konturen von Auflieger und Anhänger.
Die Einschätzung des Abstandes zum nächsten Fahrzeug sowie der Geschwindigkeit ist bei schlechten Sichtverhältnissen ungenau. Nachfolgende Fahrzeuge erkennen einen vorausfahrenden Lkw deshalb zu spät oder gar nicht und fahren seitlich bzw. von hinten auf.
Auch stehende LKW's sind oft von Auffahrunfällen betroffen.

Ab dem 10. Juli 2011 müssen LKW nach der europäischen Richtlinie 2007/35/EG für Ihre Neuzulassung mit Konturmarkierung gemäß ECE 104 ausgestattet werden. Durch die Ausstattung mit der retroreflektierenden Konturmarkierung soll die Sichtbarkeit der LKW deutlich erhöht und das Unfallrisiko erheblich verringert werden.

Folgende Fahrzeuge zur Güterbeförderung sind von der europäischen Richtlinie 2007/35/EG betroffen und sollten bei der Neuzulassung Markierungen nach ECE 104 anbringen:

  1. LKW mit Gesamtgewicht über 7,5t
  2. Fahrzeuge mit einer Breite von mehr als 2 m
  3. Fahrzeuge mit einer Länge von mehr als 6 m
  4. Anhänger mit einem Gesamtgewicht von über 3,5t

Korrekte Ausführung der Konturmarkierung

Bei unterbrochener Konturmarkierung muss die Markierung immer noch 80% der Gesamtbreite des Fahrzeugaufbaus betragen.
Der Abstand der unteren Markierung vom Boden muss mindestens 250 mm  und darf  höchstens 1.500 mm betragen.
Der Abstand der Heckmarkierung zu den vorgeschriebenen Bremsleuchten sollte mindestens 200 mm betragen.
Eine Kombination von markierten und nicht markierten Fahrzeugen und Anhängern sollte vermieden werden.

Die farbliche Wahl der Konturmarkierung für Seiten und Heck ist in der UN ECE R 48 im Absatz 5.15 festgelegt. Demzufolge wird zur seitlichen Kennzeichnung gelbe und weiße retroreflektierende Konturmarkierung sowie gelbe und rote retroreflektierende Konturmarkierung zur Kennzeichnung des Hecks verwendet.

Bei  Brewes erhalten Sie Konturmarkierungen für LKW – Festaufbauten  und LKW –Planenaufbauten in den Breiten von  55 bzw. 51 mm und in den Bandlängen von 12,5 m, 29 m, 39 m und 40 m Länge.
Herausragende Produkteigenschaften der 3M Diamond Grade Konturmarkierungen:
Die selbstklebende retroreflektierende 3M-Folie RA3 C besitzt eine langlebige hohe Qualität und eine sehr Klebkraft.  Die besonders hellen und klaren Farben der Konturmarkierung sind optisch attraktiv und garantieren eine gute Sichtbarkeit bei Tag und Nacht.
Die mikroprismatischen Reflektorfolien der Konturmarkierung sorgen mit hohen Reflexwerten für eine gute Sichtbarkeit der Konturmarkierung bei Dämmerung, Dunkelheit und schlechter Witterung. Die 3M Konturmarkierung besitzt versiegelte Kanten für eine lange Lebensdauer und eine gute Widerstandsfähigkeit gegen Schmutz und Nässe.
Der dauerhaft druckaktive Klebstoff  selbstklebenden Reflektorfolie verfügt über eine hohe Anfangsklebkraft und die haftet sofort nach Anbringung.

Parkwarntafel (Verkehrszeichen Nr. 630)

Eine reflektierende Parkwarntafel bzw. Nachtparktafel ist eine Fahrzeugkennzeichnung, die hilft, Auffahrunfälle bei schlechter Sicht und in Dunkelheit zu verhindern. Die rot/weißen Warntafeln werden vorne bzw. hinten an Fahrzeugen angebracht, die nicht unbedingt mit einer Parkleuchte ausgestattet sein müssen .

Diese Parkwarntafeln ersetzen in bestimmten Fällen die Beleuchtung des Fahrzeuges mit eigener Lichtquelle. Die Warntafel kennzeichnet z.B. einen innerhalb einer geschlossenen Ortschaft auf der Fahrbahn geparkte Anhänger.

Der Paragraph 51c STVO besagt zu Parkleuchten und Parkwarntafeln

Park-Warntafeln zeigen wie Parkleuchten die seitliche Begrenzung des abgestellten Fahrzeugs an.

An KFZ, Zügen und Anhängern sollten vorhanden sein:

  • eine Parkleuchte mit weißem Licht, nach vorn wirkend und eine Parkleuchte mit rotem Licht, nach hinten gerichtet für jede Seite des Fahrzeuges oder
  • eine Begrenzungsleuchte und eine Schlussleuchte oder
  • eine abnehmbare Parkleuchte mit weißem Licht für die Frontseite und eine abnehmbare Parkleuchte mit rotem Licht für die Heckseite oder
  • je eine Parkwarntafel für die Front und die Heckseite des Fahrzeugs bzw. Anhängers mit jeweils 100 mm breiten roten und weißen Streifen, die mit einem Winkel von 45 Grad nach außen und unten verlaufenden

Parkwarntafeln sind für parkende Fahrzeuge über 3500kg und für alle Anhänger, z.B. Wohnwagen innerhalb geschlossener Ortschaft notwendig. Es muss jeweils eine Parkwarntafel vorne und hinten angebracht werden.

Die Warnflächen der Parkwarntafeln dürfen nur bei parkenden Fahrzeugen sichtbar sein. Sie müssen auf der dem Verkehr zugewandten Seite des Fahrzeugs oder Änhängers möglichst niedrig und nicht höher als 100 cm angebracht sein. Der höchste Punkt der leuchtenden Fläche darf nicht über diese 100 cm - Marke hinausragen. Außerdem muss die Warnfläche der Parkwarntafel mit dem Umriss des Fahrzeugs, des Anhängers oder der Ladung abschließen. Abweichungen von weniger als 10 cm nach innen sind zulässig.
Die Parkwarntafel darf dabei nicht die Rückstrahler oder das KfZ-Kennzeichen des Fahrzeuges verdecken.

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